Stadtsanierung

Die Stadt Kirchhain sieht ebenso wie Bund und Land in der nachhaltigen städtebaulichen Sanierung und Entwicklung eine herausragende politische Aufgabe und ist daher stets bemüht entsprechende Förderprogramme auch zum Wohl der Einwohnerinnen und Einwohner zu nutzen.

Ziel ist es, die bestehende Stadtstruktur mit den historischen Innenstädten und Ortskernen zeit-gemäß weiter zu entwickeln, sozialen Disparitäten entgegen zu wirken und die wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten zu verbessern.

Seit den frühen 1970er Jahren hat die Stadt Kirchhain daher bereits eine Aufnahme in das Städtebau-förderungsprogramm angestrebt.

Mit den für eine Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm notwendigen vorbereitenden (städtebaulichen) Untersuchungen wurde im Dezember 1974 die Hessische Landgesellschaft in Frankfurt am Main beauftragt, die ihren Bericht 1978 vorlegte. Im Jahre 1984 erfolgte dann die Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm und die Wohnungs- und Stadtentwicklungsgesell-schaft Hessische Heimstätte GmbH (heute: WOHNSTADT / NH ProjektStadt), Kassel, konnte beauf-tragt werden, die Stadt Kirchhain als Sanierungsträgerin zu betreuen.

Die sog. Vorbereitenden Untersuchungen mit Rahmenplan wurden in 1988 ergänzt und im Jahr 2000 fortgeschrieben. Als übergeordnete Ziele hatten in diesen Untersuchungen Bestand

  • Erhaltung der historischen Altstadt
  • Modernisierung und Instandsetzung des Gebäudebestandes
  • Attraktivierung von Wohnen und Arbeiten
  • Belebung als Einkaufs- und Dienstleistungszentrum
  • Auslagerung bzw. Umnutzung störender Gewerbebetriebe
  • Beseitigung von Immissionen
  • Entlastung der Innenstadt vom Durchgangsverkehr
  • Regelungen für den fließenden und ruhenden Verkehr.
Durch die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Kirchhain erfolgte im Jahr 1986 die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes und in den Jahren 1987 bis 1994 wurden zur Unterstützung und langfristigen Sicherung der Sanierungsziele insgesamt 9 Teilbebauungspläne beschlossen und ihrer Rechtskraft zugeführt. Ergänzend wurden in 1987 eine Satzung über die Erhaltung baulicher Anlagen

sowie in 1992 eine Gestaltungssatzung - jeweils für den historischen Stadtkern - beschlossen.

Die Abgrenzung des förmlich festgelegten Sanierungsgebiets mit einer Fläche von ca. 14 ha kann nachfolgender Karte entnommen werden:

Zu Beginn der Stadtsanierung in Kirchhain lag der Schwerpunkt der Maßnahmen im Bereich der Instandsetzung und Modernisierung der privaten Bausubstanz. Bis zum Ende der Sanierung wurden ca. 90 Objekte in unterschiedlichem Umfang - beginnend mit einer reinen Bestandsaufnahme bis zur durchgreifenden Umnutzung - gefördert und dabei rund 4,9 Mio € an Fördermitteln eingesetzt.

Als öffentliche - d. h. städtische - Maßnahmen an Gebäuden sind die Sanierung des historischen Rathauses (Am Markt 1) sowie die Umnutzung des „Blauen Löwen“ (Borngasse 20) für Verwaltungs-zwecke hervorzuheben.

 

Bild links:
Rathaus, Am Markt 1
nach der Sanierung

Im Zuge der Rathaussanierung wurde ein historisches Bilderbuch erstellt, das Sie über diesen Link aufrufen können.

Bilder unten: Blauer Löwe, Borngasse 20
links vor, rechts nach der Sanierung

Erste Sanierungsmaßnahmen im öffentlichen Raum waren die Verkehrsberuhigung der Mittelstraße und die Gestaltung des Parkplatzes Brießelstraße / Schulstraße bis 1988. Mit der Sanierung der Grothmauer und des darauf verlaufenden Fußweges begann ab 2002 die Neugestaltung des Straßen-zuges Unterm Groth / Am Brauhaus / Gänseburg. Diese erfolgte bis 2008 und bildet zusammen mit dem in den Jahren 2006/2007 neu gestalteten Marktplatz den Schwerpunkt der Erschließungsmaß-nahmen im südlichen Bereich der Altstadt. Durch die abgestimmte Neugestaltung erfolgte eine Auf-wertung der historischen Stadtmitte, der ruhende Verkehr wurde neu geordnet und ein barriere-freier Ausbau gewährleistet.

Mit der Schaffung eines verkehrsberuhigten Bereichs wurde eine Verbesserung des Wohnumfeldes mit einer Erhöhung der Aufenthaltsqualität erreicht. Abgeschlossen wurden die Erschießungsmaß-nahmen mit der Umgestaltung der Straßen Mühlgasse / Blaue Pfütze und Hinterm Kirchhof in den Jahren 2009 bis 2013.

Die im Rahmen der Stadtsanierung durchgeführten Maßnahmen wurden von der Sanierungsträgerin in nachfolgender Karte dargestellt:

 

Insgesamt wurden im Zuge der Sanierung „Altstadt Kirchhain“ ca. 14 Mio € investiert, ein durchaus stolzer Betrag.

Zur Finanzierung von Maßnahmen der Stadtsanierung sieht das Baugesetzbuch (§ 154) die Erhebung von Ausgleichsbeiträgen vor. Diese betreffen die Eigentümerinnen und Eigentümer von Grund-stücken, die durch Maßnahmen im Zusammenhang mit der Stadtsanierung eine Wertsteigerung erfahren haben. Die Erhebung der Ausgleichsbeiträge wurde mit einer Informationsveranstaltung eingeleitet und letztlich ebenfalls erfolgreich abgeschlossen.

Am Ende der Sanierung „Altstadt Kirchhain“ steht eine deutlich aufgewertete Innenstadt mit einem guten Angebotsmix an Wohn- und Gewerbeimmobilien sowie einer modernen Infrastruktur.
Die Stadt Kirchhain setzt ihre Bemühungen um eine attraktive Innenstadt z. B. im Rahmen des Stadtumbau-Programms fort und konnte daher auch das Bahnhofsumfeld heutigen Nutzungsanfor-derungen (z.B. Busbahnhof und Parkflächen) entsprechend gestalten.

Anlässlich des Abschlusses der Sanierung „Altstadt Kirchhain“ fand im Oktober 2014 eine Fest-veranstaltung im Bürgerhaus Kirchhain statt, zu der die Einwohnerinnen und Einwohner des Sanierungsgebietes eingeladen waren. Begleitet wurde die Festveranstaltung von einer kleinen Ausstellung. Die nachfolgenden Plakat-Abbildungen zeigen einige Impressionen aus dem fast 30-jährigen Sanierungszeitraum.

Die Stadt Kirchhain bedankt sich bei allen Beteiligten für ihr nachhaltiges Engagement für eine lebenswerte Innenstadt.

Zu einigen Projekten der Sanierung „Altstadt Kirchhain“ finden Interessenten über den jeweiligen Link nähere Informationen:

 

Hinweis:
Der Beitrag stützt sich auf den Abschlussbericht der Sanierungsträgerin, die auch die Bilder und Plakate zur Verfügung gestellt hat.

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