Bohl, Friedrich (* 1945)
Rechtsanwalt und Notar. 1978–2002 Vorsitzender des CDU Kreisverbandes Marburg- Biedenkopf. 1970–1980 Mitglied des Hessischen Landtages, 1980–2002 Mitglied des Deutschen Bundestages, 1991–1998 Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes. Von dort aus federführend für die Umsetzung der deutschen Einheit verantwortlich. Von 1998 bis 2009 im Vorstand der Deutschen Vermögensberatung AG, ab 2009 Aufsichtsratsvorsitzender. Seit 2002 Vorsitzender im Deutschen Unternehmensverband Vermögensberatung e.V. Seit 2009 Vorsitzender im Bundesverband Deutscher Vermögensberater e. V. Seit 2011 Präsident der von-Behring-Röntgen-Stiftung. Seit 2011 Vorsitzender im Europa Komitee Hessen e. V., 1985 bis 2011 Vorsitzender des Vorstandes des Vereins TERRA TECH Förderprojekte e. V., Marburg, jetzt Ehrenmitglied.
 
Cron, Fritz (* 1925)
Technischer Angestellter. Zusammen mit Wilhelm Noll von 1948 bis 1952 Privat-Rennfahrer in der Klasse ´Motorräder mit Seitenwagen´ 500/600 ccm. Von 1953 bis 1956 beide von den BMW-Werken als Werksrennfahrer verpflichtet. Weltmeistertitel 1954 und 1956. Nach Beendigung des aktiven Rennsports bekleidete er nationale und internationale Funktionen im Deutschen-Motorsport-Verband und dem Deutschen-Leichtathletik- Verband sowie der Obersten Motorradsport-Kommission.
 
de Boor, Lisa (1894 – 1957)
Lyrikerin, Schriftstellerin, Antroposophin, Kind einer Kirchhainer Fotografenfamilie. Schrieb zahlreiche Bücher wie: Paradies der ersten Frühe; Kleine Küchenalchymie; Geliebtes Marburg. Ihre Tagebuchblätter aus den Jahren 1938 – 45 zeugen von innerer Opposition gegen den Nationalsozialismus. Sie hielt Kontakt mit dem vertriebenen jüdischen Privatdozenten Karl Löwith, half den Angehörigen Verhafteter und wurde 1941 kurzzeitig selbst verhaftet. Sie war Mitbegründerin der Christengemeinschaft in Marburg. Nach dem Krieg war sie Mitbegründerin der Marburger Volkshochschule und der Waldorfschule sowie Gründungsmitglied des überparteilichen Frauenverbandes.
 
Dinnebier, Käte (1931 – 2010)
Gewerkschafterin, Frauenrechtlerin, Kommunalpolitikerin. Kind einer Kirchhainer Arbeiterfamilie. Früher Kontakt zur Gewerkschaft. Gründete Betriebsrat und wurde als erste Frau in Hessen Vorsitzende eines DGB- Kreisverbandes. Kämpfte für die Gleichberechtigung und die Respektierung von Frauen im Arbeitsleben wie auch im Alltag. 50 Jahre SPD-Mitglied, Stadtverordnete und Stadträtin, zahlreiche Ehrenämter. Die Humanistische Union, Ortsverband Marburg, würdigte sie 2007 für ihren Einsatz um benachteiligte Menschen mit dem „Marburger Leuchtfeuer für soziale Bürgerrechte“. Damit war sie nach der Journalistin Ulrike Holler und dem Theologen und Sozialethiker Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach SJ, die dritte Preisträgerin. 2004 Bundesverdienstkreuz am Bande.
 
Fenneberg, Johann Heinrich Fenner von (1774 - 1849)
Mediziner, Badearzt und Dichter. Studierte in Marburg Medizin, 1802 Hofrat, habilitierte sich 1804 und wurde später Badearzt. 1813 Geheimer Medizinalrat, 1821 geadelt. Brachte die in Verfall geratenen Bäder Schlangenbad und Bad Schwalbach wieder zur Blüte. Verfasser zahlreicher Schriften zu Badewesen und Allgemeinmedizin.
 
Grün, Heinrich (1869 - 1954)
Katasterbeamter, Bürgermeister 1911 bis 1929. Verfasser der „Aufzeichnungen und gesammelten Nachrichten aus Kirchhains Vergangenheit – Chronik der Stadt Kirchhain“, 1952 zum 600jährigen Stadtjubiläum herausgegeben, 1975 neu aufgelegt.
 
Happel, Eberhard Werner (1647 - 1690)
Barockschriftsteller. 1647 im ´Blauen Löwen´ -Haus des Großvaters geboren. Studium in Marburg und Kiel. War Hofmeister (Erzieher), ab 1679 als Literat und Redakteur tätig. Sein umfangreiches literarisches Werk (rund 60 Bände) umfasst geographische Informationsromane, Liebes- und Heldenromane sowie belehrend- unterhaltende Sammlungen von Denkwürdigkeiten. Im Roman ´Der Teutsche Carl´ ist der erste Teil eine Autobiografie des Schriftstellers.
 
Horche, Heinrich (1652 - 1729)
Evangelisch-reformierter Pfarrer und Schriftsteller, Mystiker und Separatist. Geboren in Eschwege, Studium in Marburg und Bremen, Promotion in Heidelberg, Pfarrer in Heidelberg, (Bad) Kreuznach sowie bei der deutsch-reformierten Gemeinde in Frankfurt, schließlich Professor an der reformierten Hohen Schule Herborn. Wegen seiner starken theologischen Kritik an der kirchlichen Praxis von (Kinder-)taufe und Abendmahl wurde er 1698 vom Grafen von Nassau-Dillenburg aller seiner Ämter enthoben. Er lebte von 1708 bis zu seinem Tode in Kirchhain und trat in verwandtschaftliche Beziehungen zu Kirchhainer Familien. Er verfasste zahlreiche mystische Schriften, vor allem aber die „Mystische und profetische Bibel“ im Jahre 1712, die nach ihrem Verlagsort auch „Marburger Bibel“ genannt wird.
 
Kornmann, Heinrich (1570 - 1627)
Studium in Marburg, Promotion zum Dr. beider Rechte in Rom. Dann kurmainzischer Rat in Heiligenstadt, danach Amtskeller in Neustadt. Verfasser der „Chronica……… der Statt Kirchain“ (mit zahlreichen Aufzeichnungen von 1412 bis 1609). Außerdem Verfasser zahlreicher erklärender Verse zu den Abbildungen hessischer Städte in Meisners Schatzkästlein (Thesaurus Philopolitikus).
 
Langenstein, Heinrich von ( alias Heinrich Hembuche, auch Heinrich von Hessen). Auf Hof Hainbuch nahe Burgholz geboren. (um 1325 - 1397)

Gelehrter: Astronom, Mathematiker, Theologe, Kirchenpolitiker und Philosoph. Studierte und lehrte in Paris; Mitbegründer der Theologischen Fakultät von Wien und Rektor dieser Universität. Zog weitere Gelehrte aus Hessen nach Wien, u. a. Andreas v. Langenstein sowie Dietmar Hinderbach v. Kirchhain. Er stand im ´Großen Abendländischen Schisma´(1378-1447) auf Seiten von Papst Urban VI. und schlug die Einberufung eines Konzils vor. Begraben im Wiener Stephansdom . Im dortigen Apostelchor erinnert eine Gedenktafel an ihn.

 
Menche, Hermann (Johann Men(i)che(n)) (um 1445 - 1504)
Hoher geistlicher Würdenträger. Studium in Erfurt, Promotion in Bologna. Auf Grund besonderer Verdienste von Landgraf Heinrich dem III zum Rat und Diener auf Lebenszeit bestellt. Aus seiner Fülle von Pfründen und Einkünften ließ er den Steinweg zwischen Radenhausen und Kirchhain befestigen. Aus seiner beachtlichen Stiftung (Menchisches Stipendium) von 400 Gulden wurden studierende Kirchhainer Bürgersöhne unterstützt. Stifter des Reliquiars des hl. Gregor von Spoleto (Domschatz Köln).
 
Meuser, Werner (* 1952)
Meister in Radio- und Fernsehtechnik. Begann 1974 mit der Segelfliegerei. Nach zahlreichen Erfolgen bei Deutschen- und Europameisterschaften wurde Meuser 1997 bei der Meisterschaft in Frankreich Weltmeister. Zum zweiten Mal Weltmeister 2001 in Süd Afrika
 
Noll, Wilhelm (1926 - 2017)
Selbständiger Kraftfahrzeugmeister und Fahrlehrer. Zusammen mit Fritz Cron von 1948 bis 1952 als Privat-Rennfahrer in der Klasse ´Motorräder mit Seitenwagen´500/ 600 ccm. Von 1953 bis 1956 als Werksfahrer bei BMW (Gespann Noll/Cron), Weltmeistertitel 1954 und 1956. Bei Weltrekordversuchen insgesamt 127 Weltrekorde für 3 Seitenwagenklassen aufgestellt. Einige davon wurden in die ´Ewige Liste´ übernommen. Nach Beendigung des aktiven Rennsports war Wilhelm Noll national und international als Sportkommissar/Jury-Präsident tätig. Des weiteren Vizepräsident/Präsident im Deutschen Motorsport Verband der Obersten Motorradsport Kommission OMK und der Federation Internationale Motocycliste FIM bis 1996.
 
Preiß, Caspar (1636 - 1667)
Bauer aus dem Stadtteil Stausebach. Verfasser der nach ihm benannten „Stausebacher Chronik“, in welcher er die aus seiner Sicht erlebten Ereignisse und Nöte des Dreißigjährigen Krieges in seiner Heimat mitteilt.
 
Römer, Paul Heinrich (1876- 1916)
Mediziner und Forscher. Studium in Marburg und Würzburg. Bereits 1900 Mitarbeiter von Emil von Behring (in dessen Hygiene-Institut). 1907 Professor, ging im gleichen Jahr für Behring zur Tbc-Forschung nach Argentinien. Leitende Tätigkeiten und Forschungsaufgaben an den Hygiene-Instituten Berlin, Halle und Greifswald. Ab 1914 Oberstabsarzt und Korpshygieniker. Starb 1916 am Fleckfieber. Seine Forschungsarbeit über die spinale Kinderlähmung wurde in dem Buch „Männer die den Tod besiegten“, von Paul de Kruif, 1938 besonders gewürdigt. Behring nennt ihn „mein tüchtigster und treuester Mitarbeiter“ und „einziger Schüler“.
 
Schaefer, Adrian Julius Bertram (1879 – 1966)
Kaufmann aus Marburg. Ab 1923 Alleininhaber der 1845 gegründeten Marburger Tapetenfabrik. Nach dem 2. Weltkrieg Neuaufbau in Kirchhain mit Schwiegersohn Walter Eitel zu einer der bedeutendsten Tapetenfabriken weltweit. Schaffung von mehreren Hundert qualifizierten Arbeitsplätzen, verbunden mit zahlreichen sozialen Einrichtungen für die Mitarbeiter. 1954 Ehrenbürger der Stadt Kirchhain und Namensgeber der Bertram-Schaefer-Str. Im 1. Weltkrieg Leutnant der Marburger Jäger, deren Weltkriegsgeschichte er verfasste. Begeisterter Flieger und Begleiter von Prof. Alfred Wegener bei dessen Ballonexpeditionen.
 
Schaffenrath, Johann (1544 – 1624)
Promovierter Rechtsgelehrter. Sohn des Kirchhainer Pfarrers Wilhelm Schaffenrath (1526 – 1560), war Syndikus der Stadt Bremen. Er bestimmte, dass der stattliche Grundbesitz der Familie in eine Stiftung übertragen wurde (Dr. Schaffenrathsche Stiftung), die zu einem Drittel der Kirche, der Schule und den Armen zufallen sollte, während die übrigen zwei Drittel zur Unterstützung Kirchhainer Bürgersöhne, die sich dem Studium der Theologie zuwenden, Verwendung finden sollten. Die Stiftung vom Mai 1617 hat sich bis in die Gegenwart erhalten.
 
Scheffer, Heinrich (1808 - 1846)
Freiheitskämpfer, Abenteurer, Bürgermeister. Nach unvollendeten juristischen Studien ab 1825 Teilnehmer am griechischen Freiheitskampf, danach weite Reisen. Erlangte in Jena die philosophische Doktorwürde, schrieb Novellen sowie Gedichte und ließ sich nach unruhigen Wanderjahren wieder in Kirchhain nieder, wo er 1838 Bürgermeister wurde. Ab 1839 Abgeordneter der Kurhessischen Ständeversammlung, dann im Rahmen des Hochverratsprozesses gegen Sylvester Jordan zu 10 Jahren Festung verurteilt, starb er 1846 durch Freitod.
 
Schröder, Mathias (* 1941)
Arzt, Schriftsteller und Drehbuchautor. Geboren in Kassel, verlebte seine Kinderjahre in Kirchhain. Medizinstudium in Marburg, Paris und Homburg/Saar, wo er 1967 promovierte. Schiffsarzt, Allgemeinmediziner und Missionsarzt in Kamerun. Erfolgreicher Schriftsteller: Der Krähenbaum (1976), ZDF verfilmt; Linda (1978); Der Sturz des Seiltänzers (1979); Der Weg nach Lampedusa (1995); Sinai (2000); Marin (Romantrilogie) (2004); Liebe (Gedichte) (2006); Mein Afrika (2008) sowie Balladen und Gedichte. Hauptthema ist die Liebe, die den Materialismus überwinden will, oft daran scheitert, aber niemals aufgibt. Schröder wurde mit dem Förderpreis für Literatur des Landes Bayern und dem Literaturpreis der Stadt München ausgezeichnet.
 
Stilling, Benedikt (1810 - 1879)
Arzt. Studium in Marburg. Zunächst Forschungsarbeit bei Christoph Ullmann, danach Gerichtsarzt in Kassel. Arbeitete mit den berühmten Ärzten seiner Zeit in Paris, London, Edinburgh und Wien. Stilling schuf neue Operationsmethoden und publizierte darüber .Er entwickelte 1842 die Gefriermethode und war damit einer der Pioniere der Mikrotomentwicklung ( Mikrotom, ein Gerät zum Schneiden dünner Anteile von Geweben ). Nach Stilling ist der Stilling-Kanal benannt ein schmaler Gang im Glaskörper des Auges zwischen dem blinden Fleck und der Augenlinse.
 
Strauß, Leo (1899 - 1973)
Philosophieprofessor. Studium und Promotion in Hamburg. Lehrtätigkeit in der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin, Studienaufenthalt in Cambridge/England. 1938 emigrierte er in die USA. Lehrte in New York, Claremont und Annapolis. In Chicago gründete er eine Schule der politischen Philosophie. Dort lehrte Strauß die „Erneuerung der klassischen Philosophie“ als eine Wiederentdeckung des klassischen Rationalismus. Strauß gilt als einer der bedeutendsten amerikanischen Philosophen des 20. Jahrhunderts.
 
Weber, Heinrich (1916 - 1990)
Geboren in Winterscheid, Kreis Ziegenhain. Verwaltungstätigkeit bei der Stadt Kirchhain. Hier Bürgermeister von 1948 bis 1978. Die großen Herausforderungen: Beseitigung der Wohnungsnot, Arbeitsplatzbeschaffung durch Ansiedlung neuer Betriebe, Verbesserung der Infrastruktur der Stadt, der Ausbau Kirchhains als Schulstandort. 1978 Ehrenbürger und Ehrenbürgermeister. 40 Jahre als sozialdemokratischer Politiker für den zuständigen Landkreis tätig.
 
Wetzer, Heinrich Joseph (1801- 1853)
Theologe und Orientalist. Geboren im Stadtteil Anzefahr. Studium in Marburg, Tübingen und Paris. Promotionen Dr. phil. und Dr. theol. in Freiburg. Forschungsarbeit zum Konflikt zwischen Arianismus und Kath. Kirche im vierten Jahrhundert. Professor für orientalische Philologie in Freiburg. War neben Benedikt Welte Mitherausgeber des 13 bändigen Lexikons Wetzer und Welte´s – Kirchenlexikon oder Encyklopädie der katholischenTheologie und ihrer Hilfswissenschaften. Er erarbeitete die Nomenklatur und redigierte das Werk. Der Wetzer-Welte war jahrzehntelang das einzige große kath. theol. Nachschlagewerk in deutscher Sprache. Es wurde erst 1930 durch das Lexikon für Theologie und Kirche, von Michael Buchberger, Bischof von Regensburg, abgelöst. Wetzer übernahm in den konfessionell und politisch so unruhigen 1840ziger Jahren für mehrere Jahre die Redaktion der `Süddeutschen Zeitung`.
 
Wolf, Hennoch (alias Elchanan Henle ben Benjamin Kirchhan) (um 1666 - 1757)
Rabbiner (Lehrer, Vorsänger und Schächter) in Kirchhain. Verfasser des in jüdisch-deutscher Sprache geschriebenen ethisch-erbaulichen Werkes ´Simchat Hanefesch´ (Seelenfreude), sowie weiterer bedeutender Werke. Simchat Hanefesch gilt als das populärste Werk der älteren jiddischen Literatur.
 
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