Sprechstunde für Flüchtlinge im Jugend- und Kultur-Zentrum, Borngasse 29

Zur Zeit finden keine Sprechstunden statt!

Die Sprechstunde richtet sich an Flüchtlinge, Ehrenamtliche und Bürger, die im Bezug zur Flüchtlingshilfe Fragen und  Anregungen, sowie  Informationen benötigen oder weitergeben möchten.

Alle sind herzlich Willkommen und können auch spontan vorbeikommen.

Bei bevorstehenden Verständigungsschwierigkeiten wenden Sie sich telefonisch an Herr Kirschning, 06422/92 20 76, oder bringen Sie einen Dolmetscher mit.

Hinter dem Drahtzaun“

Ein Aufenthalt in der Gießener Erstaufnahmeeinrichtung wird für eine georgische Sprachwissenschaftlerin so prägend, dass sie in einem Buch über die vielen verschiedenen Menschen hinter dem Drahtzaun der Einrichtung schreibt.

Kirchhain (red). Seit dem 27. Juli 2015 gibt es für Ekaterine Nikolaishvili genau drei Lebensabschnitte. Dazu gehören die Zeit vor ihrem Aufenthalt in einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge, die Zeit während ihres Aufenthalts und die Zeit danach. Die georgische Sprachwissenschaftlerin aus Poti ist Mitte 2015 zusammen mit ihrer Schwester Lisa und ihrem todkranken Neffen Alex nach Deutschland gekommen, um hier ihren Neffen medizinisch behandeln zu lassen. Während ihre Schwester und ihr Sohn im Frankfurter Universitätsklinikum untergebracht worden waren, lebte Ekaterine von Juli bis Oktober 2015 im Gießener „Camp“. Diese Erfahrung und Eindrücke haben sie so geprägt und nachdrücklich begleitet, dass sich Ekaterine nach ihrem Aufenthalt entschlossen hat, ein Buch über die Menschen und ihre Geschichten in der Einrichtung zu schreiben. „Beyond the wired fense“, zu Deutsch: „Hinter dem Drahtzaun“, lautet der Titel ihres Buches, in welchem sie in mehreren Kurzgeschichten die Leidensgeschichte von vielen Migranten erzählt, die dort leben. Angefangen bei ihrem Asylgesuch in Deutschland, bis zu ihrem dortigen Aufenthalt in der Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen geht Ekaterine den Menschen, ihren Motiven und Beweggründen auf den Grund. "Die Tschetschenen haben die saubersten Schuhe auf der Erde oder die Geisel der Traditionen", lautet der Titel der ersten Kurzgeschichte in dem Buch. Die erste Geschichte erzählt von der Tschetschenin Anna – deren Name geändert wurde – und ihrem Bruch mit dem stereotypischen Verhalten, wie es für viele tschetschenische Frauen üblich ist. Anna ist nicht nur der erste Charakter, welcher dem Leser vorgestellt wird, sondern ist für Ekaterine auch eine Leitfigur und Ansprechpartner für Asylthemen während der Zeit in der Flüchtlingsunterkunft gewesen. Jede Geschichte in ihrem Buch ist individuell und jede Person hat ihre ganz eigenen Probleme, doch alle Geschichten sind gleich wichtig. Sie sollten alle Gehör finden. Doch nicht nur Geschichten von Migranten finden sich in „Beyond the wired fense“. Jeder der einen Bezug zu der Einrichtung und den Personen hat, wird in dem Buch erwähnt. Ein besonderer Dank geht daher von der Autorin an die Sozialarbeiterin Frau Schöberl für ihre großen Mühen und an Vasily Voyt, einem Mann der Security. Der Aufenthalt in der Einrichtung in Gießen hat Ekaterine vor Augen geführt, wie unterschiedlich die Menschen sind, die dort leben. Da für Nicht-Migranten das „Camp“, wie auch die Menschen darin unerreichbar sind und viele Einzelschicksale den Augen der Welt verborgen bleiben, sieht sich Ekaterine selbst als eine Art Sprachrohr für die Menschen hinter dem Drahtzaun. Das Leitmotiv für ihr Buch ist „das deutsche Asyl, der Ort der Hoffnung“. Bisher existieren 12 unabhängige Kurzgeschichten, welche dem psychologischen- und sozialen Genre zuzuordnen sind. Voraussichtlich wird das Buch noch in diesem Jahr fertig werden und hat in USA bereits zwei Herausgeber gefunden. Ob und wann das Buch in Deutschland veröffentlicht wird, ist noch ungewiss.

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